Retzbachwallfahrt
Zur Tradition der Wallfahrten in Kürnach gehört heute auch die Retzbachwallfahrt im September, am Samstag und Sonntag nach dem Fest Mariä Namen, 12. September. Der Wallfahrtsort „Maria im Grünen Tal“ zu Retzbach ist der älteste in der Diözese Würzburg. 1229 schon wurde den Pilgern des Gnadenortes ein eigener Ablaß verliehen, so dass der Ursprung noch viel früher anzusetzen ist Der Wallgang dorthin ist in Kürnach wahrscheinlich erst kurz vor dem 1. Weltkrieg entstanden. Im Verkündigungsbuch von 1912 ist diese Wallfahrt zum ersten Mal erwähnt. In den letzten 30 Jahren machte sich alljährlich eine Schar von meistens 80–150 Pilgern auf den 6-stündigen Fußweg. Am Samstagmorgen begleitet die zurückbleibende Gemeinde ihre Wallfahrer bis zum Ortsausgang. Die Prozession zieht weiter durch Feld, Wald und Weinberg und durch die Ortschaften Maidbronn, Rimpar, Güntersleben und Thüngersheim. Nachmittags bei der Ankunft in Retzbach singen alle mit beim Lied: „O Freuden über Freuden, dass ich gekommen an! Vergangen ist mein Leiden, da ich dich schauen kann an diesem Ort der Gnaden, wo wirkt viel Wundertaten, Maria, Maria im schönen Grünen Tal.“ Höhepunkte des ersten Wallfahrtstages sind die Betrachtung des Kreuzwegs beim Gang auf den Stationsberg, das Singen des Angelus beim 3-maligen Umzug um die Kirche, die abendliche Bußfeier und die anschließende Lichterprozession. Vor Antreten des Rückweges am Sonntag nehmen alle Pilger an dem festlichen Gottesdienst auf dem Wallfahrtsplatz teil. Anschließend zieht die Prozession nach einem Dank- und Fürbittgebet vor dem Gnadenbild mit Gebet und Gesang wieder fort. Seit der Erweiterung der Wallfahrtskirche 1969 und ihrer Bestimmung zum „Gebetsort um die Einheit der Christen“ sind die Kürnacher Wallfahrer noch enger mit Retzbach verbunden. Sie opferten nämlich einen stattlichen Geldbetrag für ein buntes Kirchenfenster auf der rechten Seite im Hauptschiff. Jedes Jahr neu schauen die Wallfahrer mit Freude auf ihr Fenster. Wallfahrtskirche "Maria im Grünen Tal"
© Thomas Reuß
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