Der neue Hochaltar: Die Kreuzigungsgruppe von Peter Wagner 1955Der wertvollste Kunstbesitz, den Kürnach beherbergt, ist die Kreuzigungsgruppe von Joh. Peter Wagner, die von 1766 bis 1955 auf dem Brücklein über der Kürnach vor der alten Mühle stand und heute die Apsis unserer Kirche hinter dem steinernen Altartisch ziert. Joh. Peter Wagner, getauft 1730 in Obertheres, seit 1771 Hofbildhauer in Würzburg, dort gestorben 1809, versorgte nach seinen Studienjahren in Wien, Salzburg, München und Mannheim ganz Unterfranken mit kirchlichen und weltlichen Bildwerken. Seine Hauptwerke sind der Vierröhrenbrunnen in Würzburg, die Stationen auf dem Weg zum Käppele, die vielen Putten und Figuren im Würzburger und Veitshöchheimer Hofgarten. Seine Werkstatt stand in Würzburg. Die Kürnacher Kreuzigungsgruppe hat er noch im Sinne des Rokoko gestaltet. Schon Pfarrer Schuhmann hatte sich in den letzten Jahren seines Wirkens in Kürnach darum bemüht, das von Wind und Wetter und vom Steinfraß bedrohte Sandsteinwerk, das früher bei Flurprozessionen sicher als Altar gedient hatte, als Hochaltar für die Pfarrkirche zu gewinnen; zumal die alten Holzaltäre schon schadhaft geworden waren. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege unterstützte das Vorhaben des Pfarrers von Anfang an. Da die Geschwister Ringelmann selbst großes Interesse hatten, dass das Kunstwerk erhalten werde, stifteten sie es trotz verlockender Angebote aus dem Ausland der Pfarrkirche und erhielten es damit ihrer Heimatgemeinde Kürnach. Bildhauer August Hauck und sein Sohn Erwin aus Estenfeld arbeiteten dem Willen der Stifter entsprechend eine Kopie, die an die Stelle des alten Kunstwerkes gesetzt wurde. Sie wurde am 22. 4. 1956 von Pfarrer Martin geweiht. Unter Aufsicht des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege wurde das Original in der Werkstatt Schneider in Würzburg restauriert; die Fassung, d. h. Farbgebung und Vergoldung besorgte Theodor Spiegel Würzburg. So konnte schon ein Jahr nach dem Einzug Pfarrer Martins in Kürnach, der die Idee seines Vorgängers begeistert aufgriff und in die Tat umsetzte, am Hochfest der Apostelfürsten Petrus und Paulus, am 29. Juni des Jahres 1955, der neue Hochaltar durch den Hochw. Herrn Bischof Dr. Julius Döpfner geweiht werden. In den neuen Altartisch wurden die Reliquien der hl. Fausta und Innozentia und des hl. Burkard, des ersten Bischofs von Würzburg, eingelassen. Dies ist mit Sicherheit der wertvollste Hochaltar, der je in unserer Pfarrkirche stand. Die Kreuzigungsgruppe bietet sich dem Beschauer als ein Werk voll künstlerischer Ausdruckskraft und schmerzlicher Innigkeit dar. Besonders ausdrucksvoll mit den Schmerzgebärden ist der Corpus Christi mit dem verlöschend zur Seite geneigten Haupt. Links neben dem Kreuz, den Blick voll Schmerz und Trauer zu ihrem Sohn erhoben, steht Maria, die Mutter Christi; rechts neben dem Gekreuzigten mit gerungenen Händen der hl. Johannes, der Lieblingsjünger des Herrn. von Burkart Strauß
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