Das Deckengemälde aus dem Jahre 1947 Dass Pfarrer Schuhmann in der Not der Nachkriegsjahre die Kirche, die seit 1923 nicht mehr geweißt worden war, restaurieren lassen wollte, fand keine ungeteilte Zustimmung. Die Zeit jedoch hat ihm Recht gegeben, denn ein Jahr später wäre durch die Währungsreform das angesparte Geld wertlos gewesen. Auch von dem Vorhaben ein Deckengemälde anbringen zu lassen, ließ er sich nicht abbringen. „Es gilt den König der Könige zu ehren. Das Deckengemälde wird eine monumentale Huldigung von Himmel und Erde vor Christus, dem König sein. Die kath. Kirchen sind bekanntlich Gotteshäuser. Darum haben die Künstler von jeher das Beste versucht, den Herrn zu ehren. So wenig das kostbare Salböl, welches Magdalena über das Haupt des Heilands goß, eine „Verschwendung“ war, so wenig ist auch die künstlerische Gottes- und Heiligenverehrung eine Verschwendung; denn die Kunst soll Herz und Sinn himmelwärts richten und zur ewigen Schönheit emporführen.“ 14 Noch im Juli desselben Jahres vollendete der Maler Oskar Martin - Amorbach - mit Hilfe der jungen Malerin Hertha Müller in der Pfarrkirche Kürnach das großartige Deckengemälde in farbenprächtiger Freskotechnik: Die Huldigung von Himmel und Erde vor Christus, dem König. Den beherrschenden Mittelpunkt bildet Christus, der König, der auf einem von Engeln umschwebten erhabenen Throne sitzt. Darüber Gott-Vater, der Schöpfer Himmels und der Erde, aus dessen ewiger Liebe, dem Geiste Gottes, dargestellt in der Taube und dem Strahlenbündel, Christus von Ewigkeit hervorgeht. Schon König David, dargestellt in dem Rundgemälde über der Empore mit der Harfe in der Hand, hat im 2. Psalm ein Christkönigslied angestimmt: „Ich selber habe meinen König eingesetzt auf Zion meinem heiligen Berg… Mein Sohn bist du, heute habe ich die gezeugt. Fordere von mir, und ich gebe dir die Völker zum Erbe, die Enden der Erde zum Eigentum.“ Vor Christus kniet die Gottesmutter und Himmelskönigin Maria als Gnadenmittlerin, die bittend und empfangend zugleich die Hände vorhält, auf der linken Seite St. Joseph als Schutzpatron der Kirche. Vor dem Throne sind einige weltberühmte Herrscher und Großen der Erde dargestellt, die dem „König der Könige und Herrn der Herrscher“ huldigen. Im Vordergrund rechts kniet Konstantin der Große. Konstantin besiegte im Jahre 312 nach einer Kreuzesvision, bei der ihm verheißen wurde: „In diesem Zeichen, dem Zeichen des Kreuzes, wirst du siegen“, seinen Gegner Maxentius an der Milvischen Brücke bei Rom. Durch das Toleranzedikt von Mailand (313) erkannte er die christliche Religion an. Auf dem Totenbett ließ er sich taufen. Man könnte ihn als ersten christlichen Herrscher des Abendlandes bezeichnen. Seitwärts hinter ihm steht in Porträtähnlichkeit Pius XI mit einer Broschürenrolle in der Rechten, der Christkönigs-Enzyklika vom Dezember 1925, während er mit der Linken auf den „König der Könige“ hinweist. Auf der Gegenseite kniet das heilige Herrscherpaar Heinrich II. (973-1024) und Kunigunde, die Begründer des Erzbistums Bamberg, zu dem auch das Bistum Würzburg gehört. Am unteren Rand des Bildes sind die beiden Bischöfe zu erkennen, die Deutschland und Franken das Christentum gebracht haben: Bonifatius auf der gefällten Donareiche sitzend, ihm gegenüber Kilian mit seinen beiden Gefährten. Im Hintergrund ist die Festung, das Wahrzeichen der alten Herzogstadt zu erkennen. So spannt dieses Gemälde einen weiten Bogen, ausgehend von der alttestamentlichen Prophetie, dargestellt in König David, bis hin zur Wiederkunft Christi in Macht und Herrlichkeit beim Jüngsten Gericht. Darauf weisen die beiden Engel hin mit dem Kreuz als Zeichen des Sieges und dem aufgeschlagenen Buch, über dem die beiden griechischen Buchstaben Alpha und Omega zu erkennen sind: Christus Anfang und Ende. Burkard Strauß
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